Weniger Bürokratie für Bauern
Zusatzverdienst für Studenten und Pensionisten in der Landwirtschaft leichter möglich
Nach Festschreibung im Finanzdekret im Juli dieses Jahres wurde nun mit Rundschreiben des Nationalen Fürsorgeinstituts (NISF) vom 27. Oktober die landwirtschaftliche saisonale Arbeit von Pensionisten und von Studenten unter 25 Jahren im Detail neu geregelt. SVP-Kammerabgeordneter Siegfried Brugger: „Es ist gut, dass die genaue Regelung der Vorgangsweise mit dem NISF-Rundschreiben nun erfolgt ist. Positiv ist, dass Erleichterungen in der bürokratischen Abwicklung vorgesehen sind und dass das neue System auf alle landwirtschaftlichen Tätigkeiten ausgeweitet wurde.“ Ziel sollte es sein, diese Möglichkeit jedoch auch auf alle pflichtversicherten Personen auszudehnen.
Die Neuregelung sieht vor, dass das so genannte Voucher-System mittels Wertgutscheinen auf alle saisonalen landwirtschaftlichen Tätigkeiten ausgeweitet wird. Mit einem solchen war bereits bei der Weinlese experimentiert worden und das System hat sich vor allem in Norditalien und auch in Südtirol bewährt. „Es ist eine einfache bürokratische Lösung, die Pensionisten sowie Studenten unter 25 Jahren beanspruchen können“, erklärt Kammerabgeordneter Siegfried Brugger. Demnach ist vorgesehen, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb Senioren und Studenten für saisonale Arbeit beschäftigen kann; pro Arbeitnehmer dürfen max. 5.000 Euro ausgegeben werden. Die Handhabung wird flexibler, indem Wertgutscheine in der Höhe von 10 Euro und auch von 50 Euro vorgesehen sind und diese einfach kombinierbar sind.
„Damit wird eine wichtige Forderung erfüllt, die in Südtirol vor allem Bauernbund und SVP-Senioren gestellt haben“, so Brugger. Bisher konnten Pensionisten und Studenten aufgrund der Kumulierbarkeit der Gehälter keine so genannte Saisonsarbeit in der Landwirtschaft annehmen, obwohl ihr Einsatz vor allem bei der Ernte äußerst wichtig wäre und man damit auch mit weniger Saisonsarbeitern auskommen kann. Zusätzlich haben jetzt von der MwSt.-Registerführung befreite Betriebe die Möglichkeit, jegliche Personen für alle im Betrieb anfallenden Tätigkeiten zu beschäftigen.
Ziel: Ausdehnung auf alle pflichtversicherten Personen
„Wichtig wäre es aber auch, die Möglichkeit der Beschäftigung mittels Wertgutscheinen in der Landwirtschaft nicht nur auf Pensionisten und Studenten einzuschränken, sondern auf alle pflichtversicherten Personen auszudehnen. Besonders deshalb, weil hiermit den einheimischen Arbeitnehmern ein unbürokratischer Zusatzverdienst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ermöglicht wird, wie dies auch der Bauernbund fordert“, erklärt Siegfried Brugger, der sich in diese Stoßrichtung einsetzen will. Für Südtirol würde eine solche Ergänzung des Gesetzes den Arbeitskräftebedarf insbesondere für die Erntetätigkeit in der Landwirtschaft erheblich beeinflussen, den Arbeitnehmern neue Einkommensquellen eröffnen und helfen, den Bedarf an ausländischen Arbeitskräften einzugrenzen. „Ich bin überzeugt, dass damit ein weiterer Schritt gegen die Schwarzarbeit sowie in Richtung Bürokratieabbau getan werden könnte“, betont Brugger.








